Am Walmendingerhorn im Kleinwalsertal beginnt eine neue Ära: Mit dem Spatenstich ist der Neubau der traditionsreichen Walmendingerhornbahn offiziell gestartet. Nach über sechs Jahrzehnten wird die bestehende Anlage durch eine moderne Seilbahn ersetzt, die sowohl technisch als auch qualitativ neue Maßstäbe setzen soll. Rund 26 Millionen Euro werden in das Großprojekt an der bayerisch-österreichischen Grenze investiert.
Abschied nach über 60 Jahren Betrieb
Die bisherige Walmendingerhornbahn prägt das beliebte Ski- und Wandergebiet seit mehr als 60 Jahren. Am Sonntag, 15. März 2026, ging die Ära mit dem letzten Betriebstag zu Ende. Bereits einen Tag später begann nicht nur der Rückbau der alten Anlage (Baujahr 1966), sondern es erfolgte auch gleichzeitig der Spatenstich für die neue Seilbahn.
Neben der Demontage der Seilbahntechnik werden nun auch Teile der Tal- und Bergstation abgetragen, um Platz für die neue Infrastruktur zu schaffen. Bereits zuvor wurden ab Ende Februar erste vorbereitende Maßnahmen umgesetzt, darunter Rodungsarbeiten sowie der Aufbau von Materialseilbahnen für den Transport ins alpine Gelände.
Investition von rund 26 Millionen Euro

Der Neubau der Walmendingerhornbahn ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen. Rund 26 Millionen Euro fließen in das Projekt, das intern als eines der zentralen Zukunftsvorhaben gilt. Auch Johannes Krieg, Vorstand der Bergbahnen, betont die strategische Bedeutung: "Mit dem Neubau setzen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft."
Ziel ist es, Komfort, Qualität und Barrierefreiheit deutlich zu verbessern und gleichzeitig die Attraktivität des Kleinwalsertals als Ganzjahresdestination weiter auszubauen. Die Walmendingerhornbahn ist ein wichtiger Baustein im Gesamtangebot der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen – neben bekannten Anlagen wie Fellhorn, Kanzelwand oder Nebelhorn. Die Modernisierung stärkt nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Kleinwalsertals im Alpenraum.
Neue Bahn mit mehr Kapazität und Komfort

Die neue Walmendingerhornbahn wird von Doppelmayr errichtet und bringt zahlreiche technische Neuerungen mit sich. Künftig kommen zwei größere Kabinen zum Einsatz, die jeweils rund 65 Personen fassen. Damit steigt die Förderleistung auf etwa 640 Personen pro Stunde – ein deutlicher Fortschritt gegenüber der bisherigen Anlage. Gerade an stark frequentierten Tagen dürfte sich die neue Anlage deutlich bemerkbar machen und Wartezeiten reduzieren.
Ein besonderes Detail, das den Besucher sofort ins Auge fallen wird: Die beiden neuen Kabinen werden unterschiedlich gestaltet – eine im Design der Bergbahnen, die andere im Look von Kleinwalsertal Tourismus. Damit wird die enge Zusammenarbeit in der Region auch optisch sichtbar.
Ein großes Highlight wird auch die bodentiefe Verglasung der neuen Kabinen, die für tolle Panoramablicke in die Umgebung sorgen. Der barrierefreie Einstieg für Rollstühle, Kinderwagen oder auch Sportgeräte darf bei der modernen Bahn ebenfalls nicht fehlen.
Bauphase bis Weihnachten 2026
Die Bauarbeiten im alpinen Gelände stellen hohe Anforderungen an Planung und Logistik. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist ein zentrales Thema beim Neubau. Die Bauarbeiten im hochalpinen Gelände sind komplex, gleichzeitig wird großer Wert auf ressourcenschonendes Bauen gelegt.
Nach dem Aufbau der Baustelleninfrastruktur im Frühjahr 2026 schreitet der Neubau über die Sommermonate voran. Die Inbetriebnahme ist für den 24. Dezember 2026 vorgesehen – pünktlich zum Start der Wintersaison 2026/27.
Trotz der Bauarbeiten bleibt das Walmendingerhorn weiterhin zugänglich: Wanderer können den Berg während der Bauphase grundsätzlich zu Fuß erreichen.
Das Walmendingerhorn: Der Panoramaberg im Kleinwalsertal

Das Walmendingerhorn (1.990 m) liegt im hinteren Kleinwalsertal bei Mittelberg und zählt zu den ruhigeren, aber landschaftlich besonders reizvollen Bergen der Region. Es ist das ganz Jahr über ein attraktives Ausflugsziel und gehört zum Skigebietsverbund Oberstdorf-Kleinwalsertal.
Wintersport am Walmendingerhorn
Im Winter erwartet dich am Walmendingerhorn ein entspanntes Skigebiet mit 15 Pistenkilometern. Hier findet man auf knapp 2000 Metern breite und sonnige Hänge mit überwiegend roten und blauen Pisten. Im Gegensatz zu Fellhorn und Kanzelwand geht es hier am Ende des Tals deutlich ruhiger zu – ideale Bedingungen für Genießer und Familien. Bei guter Schneelage ist das Gebiet auch ein Geheimtipp für Freerider.
Sommer: Panorama, Wandern und Natur
Im Sommer präsentiert sich das Walmendingerhorn als klassischer, aber ruhiger Panoramaberg mit weitreichenden Ausblicken auf die Allgäuer und Vorarlberger Alpen. Hier gibt es ein gut ausgebautes Wegenetz mit unterschiedlichen Höhenlagen und Schwierigkeitsgraden. Einkehren kann man mehrfach, z.B. auf der großen Sonnenterrasse an der Bergstation, wo auch die barrierefreie Aussichtsplattform abzweigt.




